Von der „klassischen Stadtsanierung“ zum „Integrierten Innenstadtentwicklungskonzept“
Von der „klassischen Stadtsanierung“ zum „Integrierten Innenstadtentwicklungskonzept“
Das Thema „Stadtsanierung“ ist in Grünstadt nicht neu. Bereits 1974-81 wurden in Grünstadt hauptsächlich Maßnahmen der Flächensanierung (Abbruch- und Neubaumaßnahmen) sowie verkehrliche Neuordnungen umgesetzt. Die Erhaltung und Entwicklung der vorhandenen historischen und zum Teil stadtbildprägenden Bausubstanz stand damals nicht im Vordergrund. Dadurch hat sich im Laufe der vergangenen Jahre ein erheblicher Umfang sanierungsbedürftiger überwiegend privater Bausubstanz erhalten.
In den Jahren 2001 / 2002 unternahm die Stadt Grünstadt daher Anstrengungen, diesmal den Fokus der Stadtsanierung auf die Verbesserung der privaten Bausubstanz zu legen. Die Wiederaufnahme in das Städtebauförderungsprogramm gelang damals jedoch noch nicht.
Neben der Notwendigkeit umfangreicher Sanierungs- und Neuordnungsmaßnahmen im privaten Bereich haben sich durch die Stadtentwicklung der letzten Jahre nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch dringende Erfordernisse für Maßnahmen im öffentlichen und privaten Raum ergeben.
Die Umgestaltung und Attraktivierung des Bahnhofs als „Umweltbahnhof“ und die schrittweise Umsetzung eines Verkehrslenkungskonzeptes zur Teilentlastung der Innenstadt von Durchgangsverkehr, die Umgestaltung der Bahnhofstraße als Verbindung zum Innenstadtbereich, die Umgestaltung des Luitpoldplatzes, der Ausbau der Fußgängerzone, sind einige Beispiele dafür.

Parallel dazu wurden aufbauend auf Analysen zur Situation und zu den Perspektiven des innerstädtischen Einzelhandels konzeptionelle Ansätze zur Belebung der Grünstadter Innenstadt als Einkaufs- und Dienstleistungsstandort entwickelt und in Form eines Stadtmarketinghandbuchs dokumentiert.
Ein wichtiger Impuls zur Inangriffnahme eines neuen ganzheitlichen Ansatzes zur Innenstadtentwicklung ergibt sich daraus, dass insbesondere im Kernstadtbereich umfangreiche und nicht aufschiebbare Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur (Kanal- und Wasserversorgung) anstehen. Die damit verbundenen umfangreichen Bauarbeiten im öffentlichen Raum lassen es sinnvoll erscheinen, die Wiederherstellung der öffentlichen Räume so zu gestalten, dass diese auch langfristig die Funktion der Innenstadt von Grünstadt als Wohn- Einkaufs- und Dienstleistungsstandort stärken können.
Mit der Aufnahme der Stadt Grünstadt als Pilotprojekt im Bund Länder Programm “Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ eröffneten sich für Grünstadt im Jahre 2008 neue Perspektiven, die weitere Entwicklung ihrer Innenstadt ganzheitlich im Sinne eines integrierten und integrierenden Innenstadtentwicklungskonzeptes in Angriff zu nehmen.
Mit dem neuen Förderprogramm können gerade solche Maßnahmen gefördert werden, die dazu dienen, zentrale Versorgungsbereiche, die Standorte für Wirtschaft und Kultur sowie Orte zum Wohnen, Arbeiten und Leben darstellen, jedoch von Funktionsverlusten bedroht sind, zu erhalten bzw. zu entwickeln. Dabei werden Stadterneuerungsmaßnahmen auf der Grundlage eines städtebaulichen Entwicklungskonzeptes i. V. m. einem „Sanierungsgebiet“ nach oder einem „Erhaltungsgebiet“ als sogenannte „gebietsbezogene Gesamtmaßnahme“ gefördert.
Der Stadtrat hat dazu die formellen Voraussetzungen geschaffen und durch das Planungsbüro WSW & Partner die „Vorbereitenden Untersuchungen“ erarbeiten lassen, aufgrund derer durch Stadtratsbeschluss ein förmlich festgelegtes Stadterneuerungs- bzw. Sanierungsgebiet abgegrenzt werden konnte. In den „Vorbereitenden Untersuchungen“ ging es zunächst darum, die Stärken und Schwächen des Stadtzentrums festzustellen. Der Blickwinkel der Stadtplaner wurde dabei durch eine intensive Beteiligung der betroffenen Eigentümer und Bewohner der Innenstadt erweitert und ergänzt.
In diesem Gebiet können nun verschiedene Projekte und Maßnahmen gefördert werden. Dazu gehören Entwicklungskonzepte, Untersuchungen, Planungen, Beratungsleistungen, Ordnungsmaßnahmen, Grunderwerb, Erschließungsmaßnahmen, Baumaßnahmen (Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen), Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen sowie Abschlussmaßnahmen.
Die konkretere Ausgestaltung dieser Projekte und Maßnahmen ist Inhalt des nun zu erarbeitenden Integrierten Entwicklungskonzeptes für Grünstadt. Dieses Konzept wird durch das Planungsbüro WSW & Partner aus Kaiserslautern erstellt. Ein besonderes Augenmerk des Integrierten Entwicklungskonzeptes liegt dabei nicht nur darin, die Bevölkerung laufend zu informieren, sondern diese in den Planungsprozess aktivierend einzubinden. Dazu sind für das Frühjahr 2010 verschiedene Veranstaltungen vorgesehen.
Sie können jederzeit gerne Ihre Anregungen, Wünsche, Kommentare usw. zu diesem Projekt über diesen Kontakt zur Stadtverwaltung Grünstadt an den zuständigen Sachbearbeiter, Herrn Dirk Theobald, übermitteln.
Förmlich festgelegtes Sanierungsgebiet durch Stadtratsbeschluss vom 23.Juni 2006
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